Wenn unser Zeitgefühl ins Wanken gerät
30. März 2026
Bereits zum sechsten Mal haben die Verantwortlichen zum Digital Festival Olten eingeladen. «Zeit» ist Teil des diesjährigen Mottos – entsprechend passend, dass Erlebnisstände, Diskussionen und Impulsreferate zu digitalen Themen im traditionsreichen Gebäude des Stadttheaters stattfanden. Der Anlass richtet sich jeweils an Führungs- und Entscheidungspersonen in kleinen und mittelgrossen Unternehmen sowie an Menschen, die sich für Digitalisierung und technologischen Fortschritt interessieren.
Zum sechsten Mal hat sich die Digital- und Wirtschaftscommunity zum Digital Festival Olten getroffen. Am 18. März wurde das Stadttheater erneut zum Treffpunkt für Diskussionen, Impulsreferate und Einblicke in aktuelle technologische Entwicklungen. Das diesjährige Motto kreist um das Thema «Zeit» – ein Begriff, der im Kontext der Digitalisierung eine neue Bedeutung erhält. Dass der Anlass im traditionsreichen Stadttheater stattfindet, verleiht diesem Spannungsfeld zwischen Geschichte und Zukunft eine besondere Kulisse.
Das Festival richtet sich in erster Linie an Führungs- und Entscheidungspersonen aus kleinen und mittelgrossen Unternehmen sowie an Menschen, die sich für die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen digitaler Entwicklungen interessieren. Ziel ist es seit jeher, nicht nur Fachpublikum anzusprechen, sondern auch jene einzubeziehen, die sich dem Thema Digitalisierung aus Neugier oder mit einer gewissen Distanz nähern.
Partnerschaften als Fundament
Seit der ersten Ausgabe im Jahr 2019 prägen zwei Institutionen das Festival besonders: die Fachhochschule Nordwestschweiz und die Oltner Brandingagentur Salted. Knut Hinkelmann, Dozent an der FHNW, sowie Yannick Deiss, Initiator des Festivals und CEO von Salted, prägen die Entwicklung des Formats seit Beginn. Beide Organisationen setzen sich in ihrer täglichen Arbeit mit Fragen rund um Digitalisierung, Wissensvermittlung und Markenführung auseinander. Dass sie weiterhin zu den tragenden Partnern gehören, ist laut den Verantwortlichen Ausdruck eines gemeinsamen Verständnisses: Digitalisierung soll nicht nur technologisch, sondern auch gesellschaftlich und wirtschaftlich reflektiert werden.
Mit über zwanzig Partnerorganisationen war das Festival 2026 breit abgestützt. Die Veranstaltung startete mit einem gemeinsamen Stehlunch und wurde anschliessend von Regierungsrätin und Frau Landammann Susanne Schaffner eröffnet. Unterstützt wurde der Anlass von zahlreichen Unternehmen sowie von der Stadt Olten und der Wirtschaftsförderung der Region. Deren Geschäftsführer Rolf Schmid betont: «Als Gesellschaft, als Unternehmen und auch als Arbeitnehmende sind wir gefordert, den technologischen Wandel aktiv mitzugestalten.»
Zwischen Innovation und Reflexion
Thematisch bewegte sich das Festival entlang zentraler technologischer Entwicklungen. Beiträge zu Cybersicherheit, erweiterter Realität und künstlicher Intelligenz gaben Einblicke in aktuelle Anwendungen und Erfahrungen aus der Praxis. Dabei standen weniger technische Details im Vordergrund als vielmehr die Frage, wie sich neue Technologien sinnvoll in den Alltag von Organisationen und Menschen integrieren lassen.
Den Abschluss des Programms gestaltete der Philosoph und Publizist Ludwig Hasler. Bekannt dafür, Entwicklungen mit einem philosophischen Blick zu betrachten, fasste er Eindrücke des Tages zusammen und ordnete sie pointiert in einen grösseren Zusammenhang ein. Er reflektierte insbesondere mögliche Zukunftsszenarien der künstlichen Intelligenz und damit die Beziehung zwischen Mensch und Maschine. Mit dem Statement «Die Maschine kann alles – und sonst nichts» erinnerte Hasler an frühere technologische Errungenschaften wie die Waschmaschine und nahm das Publikum mit in persönliche Erinnerungen.
Dass wir Menschen in Zukunft noch stärker den Unterschied machen, wurde während des Festivals zu einem wiederkehrenden Gedanken – und liess bei einigen Gästen auch ein Stück Unsicherheit weichen.