AareLand diskutiert den Weg von der Transit- zur Boom-Region

Medienmitteilung
26. September 2026
Autor:
Désirée Tobler
Projektleitung verbindungsreich
desiree.tobler@regionolten.ch
Wie kann das AareLand sein grosses Entwicklungspotenzial nutzen und sich als einer der bedeutenden Wirtschafts- und Lebensräume der Schweiz positionieren? Mit dieser Frage beschäftigte sich der diesjährige AareLandImpuls, der Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung in Olten zusammenführte.

Das AareLand als natürliche Versorgungsdrehscheibe der Schweiz

Über 130 Teilnehmende zählte der AareLandImpuls 2026, der am 24. September im Hotel Arte in Olten stattfand. Im Zentrum des überregionalen Netzwerkanlasses stand das Thema "AareLand: Von der Transit- zur Boom-Region?". Die Teilnehmenden diskutierten, wie das AareLand seine zentrale Lage, die ausgezeichneten Verkehrsanbindungen und seine Entwicklungsflächen gezielt einsetzen kann, um auch künftig attraktiv für Unternehmen, Arbeitskräfte und Investitionen zu bleiben. Zu der Veranstaltung hatten die drei Wirtschaftsförderungen Aarau und Region, Region Olten und Region Zofingen gemeinsam mit dem Verein AareLand eingeladen.

Nach der Begrüssung durch Thomas Marbet, Präsident des Vereins AareLand, zeigte Remo Daguati, Inhaber der LOC AG und Mitglied des Rats für Raumordnung des Bundesrats, in seiner Keynote auf, wie sich Regionen in einem anspruchsvollen Wettbewerbsumfeld erfolgreich positionieren können. Wegen seiner Lage am Autobahnkreuz und an der Logistik-Achse des Mittellandes bezeichnete er das AareLand als natürliche Versorgungsdrehscheibe der Schweiz. Um sich zu einer Boom-Region weiterzuentwickeln, brauche es aber eine Repositionierung, und zwar in Ergänzung zur Logistik. "Es geht darum, dass sich die Wirtschaftsregion als ein branchenübergreifendes Ökosystem versteht", meint Remo Daguati. Innerhalb eines Ökosystems braucht es eine klare Identität. Weitere wichtige Erfolgsfaktoren sind eine gezielte Entwicklung von Schlüsselarealen, die Verfügbarkeit von Immobilien, die Erreichbarkeit bzw. Erschliessung der Areale sowie Marketing und Kommunikation mit den dahinterstehenden Budgets. Daguati betonte ausserdem die Bedeutung einer verstärkten Zusammenarbeit über Gemeinde- und Kantonsgrenzen hinweg.

Wirtschaftsregion muss sich nachhaltig entwickeln

Im anschliessenden Podium diskutierten Andreas Brägger, Verwaltungsrat Türenfabrik Safenwil AG, Roman Caspar, Akquisition Industrie Deutschschweiz Losinger Marazzi AG, Carlo Degelo, Abteilungsleiter Verkehr Kanton Aargau, und Remo Daguati über die Zukunftsperspektiven des AareLands. Die Diskussion machte unter anderem deutlich, dass der Begriff Boom-Region nicht nur positiv besetzt ist: "Der Begriff stresst mich", meint Carlo Degelo. "Eine Wirtschaftsregion darf nicht kurzfristig aus dem Boden gestampft werden. Sie muss sich langfristig und nachhaltig entwickeln können."

Eine Herausforderung dabei ist die grosse Anzahl an verschiedenen Playern und Meinungen. So diskutierte die Runde zum Beispiel über die immer häufiger werdenden Umzonungen von Arbeits- in Wohnzonen durch Gemeinden. Roman Caspar monierte zudem die manchmal zu strengen Vorgaben in den Bau- und Nutzungsordnungen für die Arbeitszonen: "Eine Einteilung in verschiedene Zonen macht Sinn. Aber wir dürfen von der Basis aus keine Möglichkeiten verbauen. Industrieareale und Logistik-Hubs müssen offenbleiben für KMU und lokale Betriebe. Sie sind das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft."

Andreas Brägger erzählte von den manchmal schwierigen Erfahrungen, die die Türenfabrik Safenwil AG bei der Suche nach einem neuen Standort gemacht hat: "Die Parzellen waren oft entweder zu gross oder zu klein, die Grösse des Gebäudes nicht optimal oder es scheiterte an den Bodenbelastungen", berichtet er. Und in der Nähe des alten Standorts habe der neue Sitz auch noch sein sollen. Schlussendlich habe man mithilfe der Wirtschaftsförderung Region Zofingen eine grosse Parzelle in Oftringen gefunden, auf der sich die Türenfabrik nun gemeinsam mit zwei weiteren KMUs ansiedeln wird.

Bevölkerung hat ein bisschen vergessen, wie Wirtschaft funktioniert

Aus dem Publikum wurde die Einschätzung ans Podium herangetragen, dass die Bevölkerung immer weniger bereit sei, wirtschaftliche Entwicklung in ihrer Nähe mitzutragen. Manche Gemeinden wollten gar nicht mehr wachsen; Wachstumsmüdigkeit grassiere hierzulande. Remo Daguati bestätigt dies: "Es scheint, als habe die Bevölkerung ein wenig vergessen, wie Wirtschaft funktioniert und warum es sie braucht." Begegnen könne man diesem Trend am besten mit guten Geschichten über konkrete Projekte, die ein Bewusstsein schaffen für die Bedeutung der Wirtschaft. "Was stellt die Firma her? Was passiert dort? Wer arbeitet hier?", dies sind laut Daguati Fragen, die die Menschen interessieren und ihnen einen Bezug zu Unternehmen eröffnen. Unverzichtbar seien deshalb eine gute Kommunikation, regelmässige Partizipation - warum nicht mal die Bevölkerung in die Firma einladen - und die Nutzung von Netzwerken.

Fazit: Das AareLand verfügt über ausserordentliche Standortvorteile. Auf Fragen der Mobilität, der Flächenentwicklung und der wirtschaftlichen Transformation muss es aber noch einige Antworten finden.

Über den AareLandImpuls

Der AareLandImpuls ist eine gemeinsame Netzwerkveranstaltung der Wirtschaftsförderungen Aarau und Region, Region Olten sowie Region Zofingen zusammen mit dem Verein AareLand. Die Veranstaltung bringt Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung zusammen und fördert den Dialog über die Zukunft der Region. "Für den Verein AareLand bestätigt der Anlass die Bedeutung des regionalen Dialogs", sagt Thomas Marbet. "Die Entwicklung der Region erfordert das Zusammenspiel von Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Der AareLandImpuls bietet dafür eine wichtige Plattform und fördert den Austausch über Gemeinde- und Kantonsgrenzen hinweg."

 

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Geschäftsführerin und Kommunikationsverantwortliche AareLand
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